Ein Pionier geht in den Ruhestand

Nach 32 Jahren beendet Dr. med. Dr. med. habil. Jürgen Krauß, ein Mitbegründer der Klinik St. Lukas in Bad Griesbach, mit nun 80 Jahren seine Arbeit als Chefarzt und ärztlicher Leiter. Abschied und Wehmut erleichterte ihm die Familie Wunsch mit einer festlichen Feier mit zahlreichen Ehrengästen.

Eine glatte „1.0“ bescheinigte Geschäftsführer Otto Wunsch dem Arzt für seine ärztlichen und fachlichen Leistungen, die wirtschaftliche Arbeitsweise und den Umgang mit Patienten und Personal. Er hatte Dr. Krauß als Nachbarn kennengelernt und ist stolz, es geschafft zu haben, ihn vor 32 Jahren zu sich in die Klinik zu holen. Die vielen Jahre der Zusammenarbeit bewertet er ausschließlich positiv.

Als Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Naturheilverfahren hatte Dr. Krauß zuletzt die ärztliche Leitung der Klinik St. Lukas mit 80 Betten inne. Er war Schulmediziner und Arzt der Naturheilverfahren, eignete sich als habilitierter Chirurg nicht nur das orthopädische Wissen an, das in Bad Griesbach notwendig war, sondern ging immer einen Schritt weiter, wie Otto Wunsch und Elena v. Brevern in ihrer Laudatio auf den scheidenden Mediziner betonten.

In seiner Laufbahn hatte Dr. Krauß manche Neuerungen eingeführt und ging auch gerne neue Wege, wie zum Beispiel sein Einsatz für tiergestützte Angebote im Klinikaufenthalt, Erlebnistherapien und Kanutouren. Auch Naturheilverfahren wie Phytotherapie, Segmentmassagen und Neuraltherapie wandte er mit Erfolg an. Wieviel Herzblut er in seine Arbeit steckte, zeigt auch, dass er den Blutegeln seiner Therapie Namen gab. So durften zum Beispiel Fritzchen, Mäxchen und Ottochen seinen Patienten das Blut aussaugen.

2008 und 2013 wurde die Klinik erweitert, seitdem werden auch psychosomatische Patienten als Akutpatienten aufgenommen. Kraußes Ziel war immer, dass der Patient im Vordergrund steht und auf einem Stück seines Lebensweges begleitet wird. Viele der Patienten sind aus diesem Grund über Jahre mit der Region verbunden geblieben. Wichtig war es im auch immer, dass im St. Lukas viele Nationen vereint für die Zukunft arbeiten.

Auch sein Kollege Prof. Dr. med. Thomas Loew von der Uniklinik Regensburg bescheinigte ihm seine breite Bildung über die Fachgrenzen hinaus und betonte, dass Neurologie, Psychologie und Psychosomatik hier zusammen laufen. Dr. Krauß und seine Kollegen kooperieren eng mit dem Medizincampus Niederbayern und der Uniklinik Regensburg im psychosomatischen Bereich.

„Sie haben die einzelnen Fachbereiche weiterentwickelt und waren einer der vielen Bausteine, die dazu beigetragen haben, dass die Fachklinik heute das ist, was sie ist: Ein modernes Fachkrankenhaus für Psychosomatik und Psychotherapie, für Psychiatrie und nicht zuletzt für den Alkoholentzug, für den Sie sich besonders eingesetzt haben“, lobte auch Bürgermeister Jürgen Fundke das Engagement des Mediziners.

Ursprünglich als Orthopädische Klinik eröffnet, liegt der Schwerpunkt der Klinik mittlerweile in der Psychosomatik. Der Mensch wird dabei als eine einzigartige geistig-seelisch-sozial-körperliche Einheit verstanden. Die stellvertretende Klinikleiterin Elena von Brevern bekräftigte, Dr. Krauß habe immer zurückgesteckt, sei immer fürs Haus da gewesen und habe sich den Herausforderungen der Zeit gestellt.

Die ärztliche Leitung geht nun komplett an Dr. Birgit Staab über. Dr. Krauß bat sie, die bereits eingeschlagenen  Wege weiterzugehen und das Potenzial dahinter kreativ weiterzuführen. Wichtige Punkte seien auch, neue Patientengruppen zu erschließen, ärztliche Fortbildungen weiterzuführen und den Kontakt zu anderen medizinischen Kliniken und Ärzten aufrechtzuerhalten.

Dass der Einsatz und das Wirken von Dr. Krauß nicht nur für die Fachklinik St. Lukas, sondern auch für den gesamten Ort und die Region von großer Bedeutung ist, zeigte auch die hochkarätige Besetzung der Ehrengäste: Neben den Geistlichen Stadtpfarrer Gunther Drescher und Kur- und Klinikpfarrer Roland Burger dankten dem Arzt auch Bürgermeister Jürgen Fundke, der stellvertretende Landrat Klaus Jeggle und der Landtagsabgeordnete Walter Taubeneder für seine Arbeit und sein Engagement. Zwischen den Grußworten lockerte die Tanztherapeutin Barbara Prosteder die Feierlichkeit mit orientalischen Tanzdarbietungen auf.

Text und Bilder: Gudrun Wimmer

V.l.: Überbringen Ihre Glückwünsche zum Abschied: Evangelischer Seelsorger Philipp Augustin, Prof. Dr. med. Thomas H. Loew , Stadtpfarrer Gunther Drescher, Erika Wunsch, Otto Wunsch, Pfarrer Roland Burger, Dr. med. Dr. med. habil. Krauß, Dr. med. Birgit Staab, Stellv. Landrat Klaus Jeggle, MdL Walter Taubeneder, stellv. Klinikleitung Elena von Brevern und Bürgermeister Jürgen Fundke und Prof. Dr. Konrad Glas

 

 

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