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Ärztinnen/Ärzte, Therapeutinnen/Therapeuten

Therapie für Ärzte/Therapeuten

Psychosomatische Behandlungen für Ärzte und Therapeuten

Ärztliche und therapeutische Berufe

Menschen in ärztlichen und therapeutischen Berufen gehen meist ganz in ihrer beruflichen Tätigkeit auf, was sinnerfüllend und belastend zugleich sein kann. Ärzte/Ärztinnen und Therapeuten/Therapeutinnen leisten häufig ein unerträgliches Maß an Überstunden, werden mit Dokumentationsaufgaben überfrachtet, so dass diese Berufe an Attraktivität verlieren, ebenso Studienabgänger in andere Fächer ausweichen. Therapeuten/Therapeutinnen geraten häufig in das Dilemma des "hilflosen Helfers" und brennen aus, wenn sie tagaus tagein mit allen möglichen psychischen Leidensformen konfrontiert sind. Gleichzeitig fehlt eine Würdigung oder Anerkennung für das hohe Maß an Fürsorge und Engagement, das diese Berufsgruppen leisten.
 
Alarmierende Zahlen des österreichischen Instituts für Gesundheitsförderung deuten auf eine besondere gesundheitliche Belastung der ÄrztInnen hin:
  • Die Suizidrate liegt ca. 50 % über der Allgemeinbevölkerung, von ÄrztInnen ist sie gar um das 2 ½-fache erhöht.
  • Die Suchtrate übersteigt den Durchschnitt ungefähr um das 3 bis 10-fache.
  • Ca. 80 % der VertragsärztInnen sind mit ihrer Tätigkeit unzufrieden, sie neigen zu Burn out (Quelle: Ärztezeitung Nr. 147, 08/2000, Nr. 97, 01/2000, Nr. 96 Heft 10, 03/1999)

Diese dramatischen Zahlen lassen sich nach verschiedene Untersuchungen von auch auf die Bundesrepublik Deutschland übertragen und weisen auf die besorgniserregenden Folgen gesundheitlicher Beeinträchtigungen in der Berufsgruppe der ÄrztInnen hin.

 
Sich zuzugestehen, selbst Hilfe zu bedürfen, fällt ÄrztInnen wie auch TherapeutInnen sehr schwer - sie sind ja diejenigen, die anderen helfen -, mit der Folge, dass viel zu spät psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen wird. Dabei ist es gerade für ÄrztInnen wichtig, dass sie sich die gleiche Menschlichkeit und Gesundheitsförderung zugestehen wie ihren PatientInnen.
 
Unsere Therapieerfahrene Ärzte und Psychologen leiten die Basisgruppen, die jeweils aus acht bis neun Personen besteht. In der vertrauensvollen Atmosphäre dieser Kleingruppe, die sich dreimal wöchentlich vormittags für 90 Minuten trifft, werden wesentliche persönliche Themen therapeutisch bearbeitet. Bei unserem Klientel von ÄrztInnen und TherapeutInnen hat es sich als heilungsfördernd erwiesen, eine Durchmischung von Berufsgruppen in der jeweiligen Basisgruppe vorzunehmen. In der Basisgruppe können die biographischen Wurzeln der eigenen Verhaltens- und Erlebnisweisen aufgedeckt und verändert werden. Typische Inhalte dieser Arbeit sind Prägungen der Persönlichkeit durch die Lebensgeschichte:
  • Aufarbeitung traumatischer Ereignisse in der Lebensgeschichte
  • Aufdeckung und Bewältigung von Ängsten und Depressionen und irrationalen Einstellungen
  • Sinnfragen und weitere Lebensplanung  
  • Individuelle Bedingungen und Behandlung bei Suchtproblematiken
  • Schwierige Familienkonstellationen  
  • Aufarbeitung kritischer Ereignisse im beruflichen Kontext
  • Aufarbeitung des Syndroms des hilflosen Helfers 
Für ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen und Menschen in Führungsverantwortung haben wir eine Gruppe eingerichtet, in der mit kreativ therapeutischen Methoden und psychoedukativen Elementen wesentliche Themen für ein erfolgreiches Selbstmanagement bearbeitet werden. Wesentliche Ziele sind die Wissensvermittlung und die Darstellung von "Werkzeugen" zur Anwendung im beruflichen und familiären Alltag. Darüber hinaus dient diese Gruppe zum Erfahrungsaustausch und der sozialen Vernetzung.

Themen der Spezialgruppe für Menschen in verantwortlichen Positionen sind:

Berufliche Identität
 
-         Selbstverständnis als ArztIn bzw. TherapeutIn
-         Biographische Wurzeln
-         Systemische Aspekte
 
Verarbeitungsstrategien (Coping)
 
-         Stressmodelle und Belastungsfaktoren
-         Burn-out-Prävention
-         Entspannung und Erholung
 
Verantwortung und Kommunikation
 
-         Ausgewogenes verantwortliches Handeln
-         Selbstorganisation von Bedürfnissen
-         Organisation von Unterstützung und Netzwerken
 
Work-life-Balance
 
-         Arbeitsorganisation und Zeitmanagement
-         Beruf, Familie, Freizeit
 
Die strukturellen Bedingungen im Gesundheitssystem und ein unzureichendes Streß- und Selbstmanagement sind Mitursachen für ein Ungleichgewicht zwischen Arbeits- und Freizeit. Dies hat direkte Auswirkung auf psychisches und körperliches Wohlbefinden, so steht im Vordergrund dieser Gruppe das Gleichgewicht von Tun und Sein, Work-life-Balance.
 
In Mittelpunkt der Behandlung stehen die jeweils betroffenen. Der zuständige Arzt und Therapeut erarbeitet mit dem Patienten den jeweils individuellen Behandlungsplan, führt indikationsspezifisch Einzeltherapie durch und leitet die Psychotherapiegruppe. Der zuständige Therapeut betreut seine Patienten während des gesamten Behandlungsprozesses und koordiniert die verschiedenen Therapiemodule. Somit erhält jeder Patient einen festen Ansprechpartner, mit dem er in regelmäßigen Einzelgesprächen Schwerpunkte der Therapie planen und diese auch immer wieder neu ausrichten kann.
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